„Der stille Raub“ Meine Bewertung, Kritik und Erfahrung

3 Jun
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Meine Rezension zum Buch „Der stille Raub“ von Gerald Hörhan

Ich habe nun endlich mal ein Amazon-Audible-Abo* abgeschlossen und mir als erstes Hörbuch, passenderweise: „Der stille Raub – Wie das Internet die Mittelschicht zerstört und was Gewinner der digitalen Revolution anders machen von Gerald Hörhan ausgesucht.

Ich habe mir schon einige Vorträge und Interviews von Gerald Hörhan angeschaut und kenne auch seinen YouTube-Kanal. Seine wirtschaftlichen und politischen Statements und seine Meinungen sind mir also bekannt und mich hat sehr interessiert, wie er das Thema der digitalen Revolution auffasst und bewertet.

Mir gefallen grundsätzlich seine klar nachvollziehbaren und verständlichen Argumentationen und die authentische Verkörperung seines Images als „Investmentpunk“ – das Konformität, den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Status quo infrage stellt und beharrlich gegen Compliance-Codes rebelliert. Damit hat er sich Aufmerksamkeit im Internet verschafft – auch meine!

💡 Meine Bewertung nach dem Schulnotenprinzip: 2

Wie ich zu diesem Urteil gekommen bin, kannst Du im folgenden Artikel nachlesen.


Die digitale Revolution wird alles verändern – auch Dein Leben!

„Der stille Raub“, beschreibt die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen der digitalen Revolution. Sehr klar und anschaulich zeigt Hörhan anhand seiner eigenen wirtschaftlichen Aktivitäten in den letzten 3-4 Jahren, wie er die Veränderungen der digitalen Revolution erst unterschätz, später erkannt und dann darauf reagiert hat.

Die Digitalisierung, die mehr, als eine Automatisierung wirtschaftlicher Prozesse, ist keine Zukunftsmusik, sondern bereits Realität. Ein Prozess, der nicht erst beginnen wird, sondern bereits im vollen Gange ist. Das zeigt Hörhan sehr eindrücklich auf und zwingt den Leser/Hörer dazu sich zwangläufig mit seiner eigenen Zukunft auseinanderzusetzen.

Es werden die Auswirkungen exemplarisch anhand verschiedener Wirtschaftszweige, beispielsweise der Hotel- und Autoindustrie, dem Bildungswesen, aber auch das veränderte Berufsbild der Mediziner oder der Steuerberater dargestellt. Neben den Veränderungen werden auch die verschiedenen wirtschaftlichen und politischen Voraussetzungen aufgezeigt und die Genese der „digitalen Revolutionäre“ deutlich gemacht.


Meine Erkenntnisse und Inspiration aus „der stille Raub“

Wirklich gut haben mir die verschiedenen Beispiele aus den unterschiedlichen Berufsfeldern gefallen. Das Beispiel des Umbruchs im Bildungswesen wird sehr eindrücklich beschrieben. Da ich aktuell selbst an einer Hochschule arbeite, empfand ich die Darstellung der aktuellen starren und archaischen Strukturen und Methoden, als sehr treffend. Hörhan stellt fest, dass Strukturen, die besonders starr und langsam agieren als Erstes und vor allem am Stärksten von der digitalen Revolution betroffen sind. Eine Tatsache, die jeder meiner Generation sicher selbst schon im Arbeitsalltag spüren kann. Auch in meinem erlernten Beruf/Fachgebiet (Landschaftsarchitektur) gibt es Aufgabenbereiche, bei denen man sich fragt, warum das nicht schon lang Computer übernehmen, weil diese entweder stupide oder aufgrund des menschlichen Einwirkens fehlerbehaftet damit unproduktiv und teuer sind!? Diese Beobachtung wird im Buch vertieft und sehr anschaulich und eindringlich anhand von mehreren Berufsfeldern dargestellt.

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Bildquelle: Amazon.de

Bei den dargestellten gesellschaftlichen Veränderungen hat mich besonders die veränderte Trennlinie zwischen den gesellschaftlichen Schichten beeindruckt. Hörhan beschreibt, dass sich eine neue Trennlinie zwischen den digitalen Konsumenten und den digitalen Produzenten entwickeln wird. Auf das Arbeitsleben bezogen prophezeit er eine zunehmende Trennung zwischen (digitalen) Verweigerern und Innovatoren. Im Grunde kein Phänomen der neuen Zeit, aber, dass die Differenzen im Zuge der digitalen Revolution zunehmen, erschließt sich eindrücklich. Auf das Kernthema, die Einflüsse und Verwerfungen innerhalb der Mittelschicht wird immer wieder Bezug genommen – das ist der rote Faden im Buch.

Der besondere Wert des Buchs besteht für mich in den beschriebenen wirtschaftlichen Auswirklungen und Hintergründen. Hörhans wirtschaftlicher Sachverstand, seine berufliche Erfahrung stellen sehr anschaulich politische, rechtliche, wirtschaftliche, ethische und soziologische Zusammenhänge und aktuelle und zukünftige Veränderungen dar. Das Kapitel über die Auswirkungen der digitalen Revolution auf die Steuereinnahmen eines Landes und andersherum die Unterschiede zwischen wirtschaftsfeindlicher und -freundlicher Politik haben bei mir Eindruck hinterlassen.

Herausstellen möchte ich dabei das Olympia-Prinzip, bei dem es darum geht, dass in einem Marktsegment, maximal die ersten (besten) drei Firmen den großen Kuchen abgekommen und für den Rest nichts mehr übrig bleibt. Hörhans Argumentation ist schlüssig, wobei ich gleichzeitig denke, dass für den Einzelunternehmer(!) gerade in den Nischenthemen wiederum das Potential wächst. Was meinst Du dazu?


Meine Kritik am Buch von Gerald Hörhan:

Was hat mir nicht gefallen: Ich hätte mir mehr Vergleiche und Abgrenzungen zu anderen gesellschaftlichen Umbrüchen (z.B. Industrialisierung) gewünscht. Auch wenn der Prozess von Veränderungen beschrieben wird, so denke ich, dass, auch wenn es natürlich stimmt, dass viele die Konsequenzen und die Dringlichkeit verkennen, aber dennoch stets Veränderungen stattfinden und gefunden haben. Der Ausspruch: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“ – hat auch unabhängig von der digitalen Revolution Bedeutung und den habe ich schon zu meiner Schulzeit gehört, die nun mittlerweile auch schon über 10 Jahre zurückliegt und auch schon vor dieser Zeit, war dieser Ausspruch aktuell.

Das Buch ist durchaus als Hörbuch geeignet, man kann es sich wirklich gut anhören, aber die ersten Kapitel haben mich – ehrlich gesagt – etwas genervt, da hier der Autor zu viel über sich selbst, seine Karriere und seinen bisherigen wirtschaftlichen Erfolg schreibt, das ist nur am Rande relevant und kein idealer Einstieg in das Buch. Auch hat mir der generelle Ansatz, die Veränderungen und der daraus resultierende Handlungen der digitalen Revolution anhand seiner eigenen Entwicklung der letzten Jahre aufzuzeigen, nicht so gut gefallen. Hörhan streut auch andere Beispiele ein, aber dieser Aufbau fördert die stellenweise etwas penetrante Selbstbeweihräucherung unnötig. Das ist meine einzige Kritik an „Der stille Raub“ von Gerald Hörhan.


Fazit zu „der stille Raub“

Nach anfänglichen Zweifeln wurden meine Erwartungen an das Buch, und damit an einen umfassenden Ausblick auf die digitale Revolution und ihre Veränderungen auf die westliche Gesellschaft, voll erfüllt. Es war nicht die erste Auseinandersetzung mit diesen Veränderungen, dennoch habe ich insbesondere in den detaillierten wirtschaftlichen Aspekten eine Menge gelernt und sehe mich darin bestärkt, mich neben meinem Job auch den neuen Medien auseinanderzusetzen. Generell muss ich aber feststellen, dass dieses Buch eher für die geschrieben ist, die aktuell noch die Augen vor den Zeichen der Zeit verschließen, also den digitalen Verweigerern, so wie Hörhan sie nennt. Insbesondere für diese, ist dieses Buch auch geschrieben. Wobei ich mir sicher bin, dass sich die Meinungen nach der Lektüre in zwei Lager teilen. Die einen, die Kritik an den Veränderungen üben und diejenigen für die die Potentiale überwiegen.

Was das Buch wirklich mustergültig schafft, ist, Handlungsdruck erzeugen die eigene digitale Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Ich bin selbst seit 2013 nebenberuflich selbstständig, ein Hauptgrund dafür war eine Mischung aus: „eine Alternative haben“ und „die neuen Möglichkeiten nutzen“, das sind meine Erfahrungen mit der digitalen Revolution. Auch wenn mir damals der Begriff der „digitalen Revolution“ noch nicht geläufig war, so bin ich mir heute sehr sicher, dass ich heute wieder einen Blog (o.ä.) starten würde, nachdem ich „Der Stille Raub“ gelesen habe (wenn ich nicht schon einen hätte). Zusätzlich motiviert es mich nach weiteren (ergänzenden) digitalen Geschäftsfeldern ausschau zu halten.

Der stille Raub: Wie das Internet die Mittelschicht zerstört und was Gewinner der digitalen...
45 Bewertungen
Der stille Raub: Wie das Internet die Mittelschicht zerstört und was Gewinner der digitalen...
  • Gerald Hörhan
  • edition a
  • Auflage Nr. 1 (25.02.2017)
  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten

Letzte Aktualisierung am 15.08.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

💡 Meine Empfehlung: Wenn Du dich ein bisschen für Wirtschaft interessierst und nicht deine Augen vor Veränderungen verschließen möchtest, dann wird dich dieses Buch inspirieren und intensiv zum Nachdenken anregen (das klingt immer so blöd „zum Nachdenken anregen“, ist aber wahr). Je weniger Du Dich bereits mit den Prozessen der digitalen Veränderungen und deren Auswirklungen beschäftigt hast, desto mehr wirst Du mitnehmen. In diesem Kontext kann ich „Der stille Raub – Wie das Internet die Mittelschicht zerstört und was Gewinner der digitalen Revolution anders machen“ empfehlen. Als Schulnote würde ich eine solide 2 geben. Für eine 1 fehlt der konsequente Tiefgang und eine kritische Relativierung der teilweise dramatischen und etwas polemischen Darstellung.

Daraus folgt, dass ich das Buch, für alle diejenigen, die sich bereits intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt haben, nur bedingt empfehlen kann. Die Hauptzielgruppe sind auf jeden Fall Einsteiger und die digitalen Verweigerer!

Hast Du das Buch bereits gelesen oder als Hörbuch gehört. Wie ist deine Meinung dazu? Findest Du es empfehlenswert?


💡 Ergänzung:

Interessanter Vortrag von Gerald Hörhan über die die digitale Revolution:




„Der stille Raub“ Meine Bewertung, Kritik und Erfahrung
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Johannes

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