„Silicon Germany“ von Christoph Keese | Meine Erfahrungen, Bewertung und Kritik

12 Aug

Nachdem ich mit großem Interesse das Buch Silicon Valley von Christoph Keese gelesen (bzw. gehört habe) habe ich mir direkt das Hörbuch „Silicon Germany –  Wie wir die digitale Transformation schaffen“ bei Amazon Audible* heruntergeladen.

In diesem Review möchte ich meinen Eindruck von dem Buch mit Dir teilen, insbesondere was ich daraus mitgenommen habe aber auch was mir nicht so gut gefallen hat, d.h., wo ich mir beispielsweise detaillierte Einblicke und Einschätzungen gewünscht hätte.

Insgesamt gebe ich dem Silicon Germany eine 2+ (nach dem Schulnotenprinzip). Wie ich zu diesem Urteil gekommen bin, erfährst Du in den folgenden Zeilen.

Wie ist deine Meinung zu „Silicon Valley“, was hast Du daraus mitgenommen?


Silicon Germany – wie wir die digitale Transformation schaffen!

Keese beschreibt in Silicon Germany an welchem Streckenpunkt wir uns auf dem Weg zur digitalen Transformation befinden. Was wir bisher verpasst haben, wo unsere Potentiale aber auch eigenen und wirtschaftskulturellen Barrieren liegen und ob die nordamerikanische Digitalisierung und disruptive Technologie überhaupt noch einholbar ist!?

silicon germany von christoph keese

Sehr anschaulich beschreibt der Autor das am Beispiel seines „neuen“ Mähroboters im eigenen Garten. Er zeigt damit auf, welche Lücke zwischen dem Verständnis von Digitalisierung (und disruptiver Technologie) zwischen deutscher Ingenieurkunst und der New Economy im Silicon Valley klafft. Während Google bereits mehrere erfolgreiche selbstfahrende Autoprojekte entwickelt. Muss man bei deutschen Mährobotern umständlich seinen Garten verkabeln … mit unbefriedigendem Endergebnis 😀

Der Schwerpunkt liegt zu Beginn im Status quo der Digitalisierung in der deutschen Wirtschaft. Was ist überhaupt unser Verständnis von Digitalisierung und ist das wettbewerbsfähig? Wie denken die unterschiedlichen Kompetenz- und Verantwortungsstufen in den Unternehmen und der Politik? Auch die Finanzierungslage wird eingehend erläutert.

Im weiteren Verlauf wird dem Thema der Aneignung und dem Zugang sowie Verständnis und Bewusstsein für digitale disruptive Geschäftsmodelle auf den Grund gegangen. Dezidiert arbeitet sich der Autor an den Potentialen aber auch Konflikte der deutschen Wirtschaftscharakteristik, beispielsweise dem ingenieur-technischen Denken und Handeln und dessen Auswirkungen auf die digitale Fortschreibung, ab.

Abgeschlossen wird das Buch mit den notwendigen Finanzierungsmechanismen, der notwendigen Rechtsgrundlage für die digitale Transformation und der Rolle des Bildungssystems in diesem Prozess. Sehr anschaulich ist der Praxistest einer Firmengründung in Delaware (USA) im Vergleich zu Deutschland. Was wie ein Schildbürgerstreich anmutet – ist traurige Realität. Am liebsten möchte man herzhaft lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

Wer meint all dies würde einem nichts angehen, der irrt sich gewaltig. Wir befinden uns in einem radikalen Wandlungsprozess. Die digitale Revolution sägt an unseren Jobs, weil die disruptive Technologie die Geschäftsmodelle unserer eigenen Firmen oder die unserer Arbeitgeber unterwandert – ob wir das wollen oder nicht!

Ergänzung:

Hier ein Video zur Buchvorstellung zu „Silicon Germany“.


Was hat mir gut gefallen? … und was habe ich daraus mitgenommen!?

Ich fand das Buch insgesamt sehr interessant. Aber es gibt bestimmte Aspekte, die ich ganz persönlich aus diesem Buch mitgenommen habe. Das können neue Gedanken, sind für mich aber vor allem neue Sichtweisen und Betrachtungswinkel.

Sehr interessant für mich ist die Feststellung, dass auch der Prozess der digitalen Transformation immer einen sog. Tipping-Point hat, ab welchem die Konzentration der Arbeit nicht mehr auf der Beseitigung firmeninterner oder -externer Widerstände, sondern auf der produktiven Ebene, dem Produkt oder der Strutkturentwicklung oder -Veränderung liegt.

Disruptive Ansätze (Selbstzerstörung)

Wie schon in „Silicon Valley“ wird sehr ausführlich die Notwendigkeit und die Charakteristik des disruptiven Denken und der daraus zu entwickelnden Technologie gelegt. Für Leser des ersten Buches nichts Neues aber eine gute Ergänzung und Fortschreibung – und man kann wirklich nicht oft genug davon reden.

Besonders eingeprägt hat sich bei mir das Kapital, in dem das Potential des Denkens in Geschäftsmodellen im Kontext der StartUp Entwicklung und Disruption erläutert wird. Auch für mich als kleinen Online-Unternehmer steckt da unheimlich viel darin – auch wenn man nur ein paar Affiliate-Seiten betreibt. Ich bin der Meinung, dass das Scheitern oder auch die wirtschaftliche Stagnationen neben den unternehmerischen Grundvoraussetzungen (Disziplin und Kontinuität) vor allem in dem fehlenden Denken ins Geschäftsmodellen begründet liegt. Ich beobachte das insbesondere bei Einzelunternehmen im Vertrieb und Affliate-Business. Ich selbst bin u.a. in einem Network-Marketing-Affiliate-Business aktiv und bei Gesprächen mit potentiellen Geschäftspartner stelle ich oft das fehlende Bewusstsein und Verständnis für die Funktionsweise von diesem Geschäft fest. Insbesondere bei wenn es um Strategieplanung und dann im nächsten Schritt, um die daraus resultierenden konkreten Handlungen geht – offenbart sich das fehlende Denken in Geschäftsmodellen.

Ich denke, jeder kennt das, alle wollen das Ergebnis, aber die wenigsten sind bereit dafür, das Notwendige dafür zu tun, dass ein wichtiger Grund dafür das fehlende Verständnis für Geschäftsmodelle ist, ist mir in diesem Buch bewusst geworden.

Meine Kritik an Silicon Germany

Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Kleine Abstriche muss ich machen, weil es stellenweise etwas langatmig war – was sicherlich aber auch daran liegt, dass ich dieses Hörbuch direkt im Anschluss an „Silicon Valley“ gehört habe und Dopplungen und Wiederholungen hierbei natürlich nicht ausbleiben.

Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass der Autor auch etwas darauf eingeht, wie man ganz persönlich als Arbeitnehmer oder Kleinunternehmer (seiner Meinung nach) aktiv etwas an der eigenen Zukunftssicherung tun kann oder auch welche gesellschaftlichen Dienst man innerhalb diese Prozesses erweisen könnte.

Silicon Germany: Wie wir die digitale Transformation schaffen
37 Bewertungen
Silicon Germany: Wie wir die digitale Transformation schaffen
  • Christoph Keese
  • Albrecht Knaus Verlag
  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten

Letzte Aktualisierung am 17.08.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API


Mein Fazit zu „Silicon Germay“

Wer sich für die digitale Transformation in Deutschland, den Status quo, die Widerstände aber auch die Potentiale informieren möchte, der kommt um dieses Buch nicht herum. Es eignet sich auch hervorragend, um sich auf den Weg zu machen eine Antwort nach dem eigenen Platz in der digitalen Zukunft zu finden. Dabei ist es meiner Meinung nach egal – in welcher Ausgangslage man sich befindet. Alle können etwas im Kontext dieser Frage für sich herausnehmen. Vom Schüler über den Facharbeiter bis zum Personalvorstand oder dem Unternehmer. Es ist definitiv kein Buch ausschließlich für Unternehmer und Gründer – ganz im Gegenteil.



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Johannes

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