Erfolgreich Geld sparen: Bestimme selbst über Dein Geld (Teil 3/5)

7 Feb

Im dritten Beitrag dieser Artikelreihe wird es jetzt zum ersten Mal konkret und geht sozusagen ans Eingemachte, wie man so schön sagt. Ich möchte Dir aufzeigen, welche Rolle dein Konsumverhalten auf das Erreichen deines Sparziels hat.


Die zwei Ebenen des Sparens

erfolgreich sparen

Zu allererst ist wichtig, dass man versteht, dass das Sparen (meiner Meinung nach) zwei unterschiedliche Aspekte beinhaltet. Zum einen das Optimieren des Preisleistungsverhältnisses und zum anderen der Verzicht. Das Erste ist das, was man Allgemein als Sparen bezeichnet. Also der klassische Preisvergleich, die Reduktion der Anzahl oder Wiederholungen eines Produkts oder einer Dienstleistung. Dass der Verzicht, also ein Produkt gar nicht erst zu kaufen, auch Geld sparen bedeutet, sollte man zum Beginn des eigenen Sparprojekts in Erinnerung rufen. Das ist natürlich relativ unsexy und sicher nicht der einfachste Weg, dafür aber sehr zielführend.

💡 Hier geht’s zu den verschiedenen Möglichkeiten zum Geld sparen


Bestimme selbst über Dein Geld

Wenn Du meinen Phasen zum Sparen folgst, dann hast Du im letzten Schritt deine Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt und somit einen Überblick über Deine Finanzen bekommen. Bevor du jetzt aber anfängst Preise zu vergleichen und Versicherungsverträge zu optimieren, solltest Du Dir bewusst machen, dass Du mit Deinem eigenen Kaufverhalten Deine Bilanz am Einfachsten beeinflussen kannst. Es ist 100x schwieriger mehr Geld zu verdienen, also die Einnahmeseite zu verbessern, als deine Ausgaben rational zu verwalten. Du solltest anfangen selbst über dein Geld zu bestimmen. Viele Sachen kann man nicht beeinflussen, so auch einen nicht zu verachtenden Teil auf deiner Einnahmeseite. Du bist von den unternehmerischen Geschicken Deines Chefs/Deiner Firma, dem Tarifvertrag, als Selbstständiger von der Konjunktur oder von Kunden abhängig, als das kannst Du max. zu geschätzten 70% beeinflussen. Dagegen kannst Du aber Deine Ausgaben zu 95% selbst beeinflussen, Deine Konsumausgaben sogar zu 100%. Ich möchte damit sagen, lerne zu verstehen, dass Du Dein Konsumverhalten zu 100% selbst bestimmen kannst.


Beginne Prozesse und Verhaltensweisen zu hinterfragen

Das Thema der Sinnhaftigkeit von Konsumausgaben wurde schon unzählige Male behandelt. Versuche immer zu ergründen, was du wirklich für Dich brauchst. Das klingt sicher etwas albern, aber wenn Du weißt, was Dir wirklich wichtig ist, dann kannst Du viel Geld sparen. Als Beispiel das Männerspielzeug Nr. 1 – das Auto. Was für einen Mehrwert bietet Dir ein Auto ganz persönlich?

Ist es das Freiheitsgefühl? – dann tut es auch ein 10 Jahre alter Skoda Fabia und es muss kein neuer BMW sein. Ist es die Mobilität? – dann versuche Fahrgemeinschaften zu bilden oder nutze Carsharing. Ist es das Design, „liebst“ du schicke Autos? – dann leihe dir am Wochenende vielleicht mal eins. Ich hoffe es wird deutlich, wie es gemeint ist.

Versuche im nächsten Schritt die Kosten für Deinen Konsum in ein reales zeitliches Verhältnis zu setzen. Also rechne den Kaufpreis in die Zeitspanne um, die Du bei Deinem Einkommen zum Kauf benötigst. Bleiben wir bei dem Beispiel Auto. Nehmen wir an Du verdienst in deinem Job mit einer 40h-Woche insgesamt 2000€ (Netto) im Monat und stehst im Autohaus vor deinem „Traumwagen“, dieser kostet 36.000€. Ganz rational betrachtet müsstest Du also 1,5 Jahr NUR für dieses Auto arbeiten! Oder da wir ja die finanzielle Freiheit anstreben muss man es genau umgekehrt betrachten, wenn Du dieses Auto jetzt nicht kaufst, musst du 1,5 Jahre weniger arbeiten.

Diese Gedankenspiele sind sehr unterhaltsam und wichtig für den Erkenntnisprozess beim Thema Sparsamkeit. Sehr gut funktioniert das auch auf kleinen Zeitebenen, z.B. mit dem Nettostundenlohn. Wenn man dann mal in den nächsten Elektronikmarkt geht und ein bisschen rechnet, wird man feststellen, wie viele Wochen man allein für den neuen Curved-TV arbeiten müsste 🙂

Es ist wichtig, dass man lernt, finanzielle Entscheidungen ganz rational zu treffen und vor allem Prioritäten zu setzen. Es gibt aber auch einfach Dinge, auf die man aus emotionalen Gründen nicht verzichten kann. Dann ist es aber wichtig, sich auf wenige Dinge zu fokussieren. Der Neuwagen, das Eigenheim, der Tauchurlaub auf den Malediven und der neue iMac sind eben nicht gleichzeitig notwendig und damit vollkommen irrational. Sparsamkeit heißt Verzicht, aber zu verzichten ist nichts Schlechtes, ganz im Gegenteil mit der richtigen Einstellung zieht man daraus einen ganz großen Gewinn – nämlich die finanzielle Freiheit.

Im nächsten Artikel geht es genau in dieser Richtung weiter. Da beschäftigen wir uns mit den Fixkosten und wie man da effektiv Geld sparen und so tatsächlich seine finanzielle Freiheit erreichen kann.


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Johannes

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