Der individuelle finanzielle Schutz (Warum, Was, Wo, Wie hoch?)

29 Apr

finanzieller-schutzLiebe Leserin, lieber Leser,

in diesem Artikel möchte ich mich mit dem Fundament des eigenen Geldmanagements auseinandersetzen, dem finanziellen Schutz.

Was ist das überhaupt? Wie hoch sollte er sein? … und wie mache ich das?

Über einen Austausch, eure Meinungen und Ansätze freue ich mich, also hinterlasst doch einfach einen Kommentar unter dem Artikel


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Was ist der finanzielle Schutz … und wozu!?

Der finanzielle Schutz, kann auch als finanzielles Polster oder als finanzielle Reserve bezeichnet werden und stellt einen Geldbetrag dar, der beim Wegfall eines (Teil)Einkommens, die Zeit bis zum nächsten Job oder Einkommen überbrückt und „unvorhergesehene“ Kosten abfängt. Bei vielen Haushalten ist es doch so, dass es, wenn man 1-2 Monate kein Gehalt bekommt, wegen Krankheit, Arbeitslosigkeit oder einem Schicksalsschlag, ganz schnell eng wird auf dem Konto. Einfach weil man mehr oder weniger von der Hand in den Mund lebt, selbst wenn man eigentlich sehr gut verdient.

Wenn man seine Finanzen in Griff bekommen möchte, dann ist es sehr wichtig, dass man sich ein Polster aufbaut, um flexibel und entscheidungsfähig zu bleiben. Neben dem Schuldenabbau ist der finanzielle Schutz, die wichtigste Grundübung für solide finanzielle Verhältnisse.

Denn man muss sich die Tragweite des finanziellen Schutzes klar machen. Eine finanzielle Reserve bedeutet ein Stückchen mehr Freiheit, denn man kann auch unverhoffte Ausgaben problemlos stemmen und muss auf der anderen Seite auch attraktive Investmentmöglichkeiten nicht an einem vorbei gehen lassen.

Baue Dir Fuck-You-Money auf 🙂

Der finanzielle Schutz ist erste Ebene des „Fuck-you-money„! Wenn Dein Chef dir mal wieder auf den Sack geht, weil er wieder unbezahlte Überstunden einfordert, dann kannst Du eben auch mal NEIN sagen, einfach weil Du nicht sofort Pleite bist oder Probleme bekommst, wenn im nächsten Monat mal kein Geld kommt.

Du kannst dem System also eher mal „Fuck-you“ sagen 😉 … und das ist wirklich unschätzbare Freiheit – zumindest für mich!



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Wie hoch sollte der finanzielle Schutz sein?

Nun stellt sich ja die spannende Frage, wie hoch denn nun dieser finanzielle Schutz sein sollte!? Die Experten, allen voran Bodo Schäfer in seinen diversen Finanz-Management Klassikern,

Der Weg zur finanziellen Freiheit: Die erste Million
  • Bodo Schäfer
  • Herausgeber: dtv Verlagsgesellschaft
  • Taschenbuch: 320 Seiten

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empfehlen 3-6 Netto-Monatsgehälter bzw. -ausgaben. Ich denke, das ist in jedem Fall ein guter Richtwert. Wenn man die Sache aber mal etwas detallierter betrachtet, dann gibt es ein paar Faktoren, die die individuelle Höhe des finanziellen Schutzes bestimmen.

Allen voran natürlich das persönliche Sicherheitsempfinden. Wenn Du jemand bist, dem (finanzielle) Sicherheit sehr wichtig ist, dann sollte dein finanzielles Polster tendenziell größer sein.

Wie gefestigt bist Du im in deinem Berufsleben und Fachgebiet? Wenn Du jung bist, gut ausgebildet aber auch kein Berufseinsteiger mehr, dann kann dein Polster klein sein, als wenn Du weniger Energie, Flexibilität, Fachwissen und/oder Commitment im Job mitbringst.

Auch deine gesundheitliche Situation ist wichtig. Bist Du fit wie ein Turnschuh oder eher kränklich oder angeschlagen.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt sind deine weiteren Einkommen neben deinem Hauptjob. Hast Du bereits regelmäßige Mieteinnahmen oder Ausschüttungen aus ETFs (etc.) dann kann dein finanzieller Schutz ggf. geringer ausfallen.

Am Ende ist es ganz persönliche Entscheidung, die auch nicht in Stein gemeißelt ist. Ganz wichtig dabei, man muss diese Summe ansparen und dann schauen, wie wohl man sich damit fühlt.

Was sollte man ansetzen, das Netto-Gehalt oder die monatlichen Ausgaben?

Am Ende ist das nicht so entscheidend, aber ich bevorzuge die monatlichen Ausgaben als Richtwert zu nehmen. Daraus ergibt sich die beispielhafte Rechnung:

Finanzieller Schutz = (Anzahl der zu überbrückenden Monate) x (monatl. Ausgaben)


💡 Mein finanzieller Schutz:

Ich habe nach meinem Studium sofort damit angefangen mir ein finanzielles Polster von 10.000€ aufzubauen. Zu diesem Zeitpunkt waren mir 3-6 Netto-Monatsgehälter als Reserve einfach zu wenig, damit ich mit damit gut fühle. Mittlerweile hat sich das geändert. Ich habe mir mit meinem Online-Aktivitäten ein Zusatzeinkommen aufgebaut und mir erschien diese große Summe nunmehr als zu hoch, daher habe ich anhand meiner monatlichen privaten Fixkosten meinen optimalen finanziellen Schutz neu berechnet:

6 x 800€ = 4800€ aufgerundet sind das 5000€

… damit fühle ich mich jetzt sehr wohl. Wie ist es bei Dir?


Welches Konto eignet sich dazu?

Abschließend bleibt die Frage. Wo sollte man das Geld für den finanziellen Schutz parken.

Natürlich ist hier der Klassiker das ➡ Tagesgeldkonto. Wobei man, wenn man „nur“ 3 Monatsgehälter zurücklegen möchte, auch diese Mindestsumme auf seinem ➡ Girokonto belassen könnte, wenn man ein disziplinierter Mensch ist. Natürlich kann man den finanziellen Schutz auch als Bargeld zu Hause deponieren, das ist in meine Augen aber nicht empfehlenswert.

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Welches Konto ist für den finanziellen Schutz sinnvoll? | © rcfotostock – Fotolia.com

 

💡 Ich selbst habe ein Tagesgeldkonto. Darauf ist mein finanzieller Schutz (aktuell 5000€), meine Rücklagen für Steuern (aktuell 10.000€) und dort spare ich auch Geld für Investitionen an, die dann ggf. für einen Aktienkauf vorher auf das Verrechnungskonto übertragen (überwiesen) werden. Man kann natürlich auch alles trennen, aber ich halte es gerne so einfach wie möglich. Wobei es mir schon wichtig ist, dass mein finanzielles Polster nicht auf meinem Girokonto geparkt ist, denn dort gibt es gar keine Zinsen.


Fazit zum finanziellen Schutz: Es geht um das gute Gefühl!

Der finanzielle Schutz ist für mich, neben dem Sparen, das wichtigste Element für einen rationalen Umgang mit Geld und ein gutes finanzielles Fundament. Denn ich sehe in dem finanziellen Schutz nicht den Geldbetrag, sondern die Freiheit, die ich mir damit herausnehmen kann. Denn ich kann es mir einfach leisten, auch mal NEIN zu sagen. Das ist in meinem Hauptjob aktuell nicht nötig, aber gerade in der nebenberuflichen Selbstständigkeit goldwert. Denn ich muss nicht jeden Scheiß machen und kann auch mal Angebote ablehnen, das fühlt sich gut an… und genau das ist auch der Sinn des finanziellen Schutzes!


Ich freue mich auf deine Fragen und Meinungen!


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2 thoughts on “Der individuelle finanzielle Schutz (Warum, Was, Wo, Wie hoch?)

  1. Hi Johannes,
    eine echt klasse Zusammenfassung. Ich durfte durch dieser Beitrag bereits sehr viele Inputs und gute Tipps bekommen! Du hast wirklich super geschrieben, dass das Geld die Freiheit, die ich mir damit herausnehmen kann, ist.
    Liebe Grüße
    Patrick

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